Tipps, wie man Mulch selbst herstellen kann

Oktober 20, 2014 in Allgemein, Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr, Ryan Somma

Foto: flickr, Ryan Somma

Wenn eines im Herbst gewiss keine Mangelware ist, dann sind es Holzabfälle, Laub und Rasenschnitt. Genau dies sind optimale Bestandteile, um daraus Mulch herzustellen, der den Gartenboden vor Kälte schützt, ihn schön feucht hält, mit Nährstoffen versorgt und zudem einen gewissen Schutz gegen Unkraut bietet. Eigenen Mulch herzustellen ist daher eine sehr einfache Möglichkeit, wenn man seinem Garten ein kleines Wellnessprogramm gönnen möchte. Nachfolgend haben wir deshalb einige Tipps aufgelistet, worauf man beim Mulchen achten sollte.

Überall dort, wo Beete abgedeckt werden, spricht man vom Mulchen. Welche Materialien sich für eine solche Bodenabdeckung eignen, kann man am besten in der Natur sehen. Denn im Wald liegt gerade im Herbst sehr viel Laub, aber auch Äste und Teile von Sträuchern und Baumstämmen finden sich hier auf dem Waldboden. Dadurch bildet sich eine Schutzdecke, die den Waldboden mit natürlichen Nährstoffen versorgt. Wieso soll man also nicht auch im heimischen Garten auf die Kraft der Natur zurückgreifen? Schließlich handelt es sich beim Mulch auch um einen natürlichen Dünger.

Wieso wird überhaupt gemulcht?

In vielen Gärten sind solche waldtypischen Pflanzen wie etwa der Farn vorzufinden. Zu Beginn, als diese in den Gärten gepflanzt wurden, stellte man rasch fest, dass sie nicht so gut wachsen wie im Wald. Ihnen schien etwas zu fehlen. Grund war die fehlende Mulchschicht, wie sie im Wald vorkommt. Denn diese ist für Waldpflanzen beinahe lebensnotwendig. Mulch sorgt zum einen dafür, dass das Wasser im Boden nicht ungehemmt verdunsten kann. Zum anderen saugt es sich mit Wasser voll wie ein Schwamm. Außerdem wirkt eine Mulchschicht wie eine Isolierung, denn der Boden behält selbst bei hoher Wärme seine ausgeglichene Temperatur. Außerdem ist Mulch ein natürlicher Dünger, da er nach und nach verrottet und somit kostbaren Humus an die Erde abgibt, was wiederum für viele im Erdboden lebende Tiere wie den Regenwurm lebenswichtig ist.

Ist Rindenmulch aus dem Baumarkt oder Gartencenter geeignet?

Schon seit vielen Jahren gibt es im Baumarkt und in Gartencentern Rindenmulch zu kaufen. Hierbei handelt es sich um ein Produkt, welches vor allem in der Forstwirtschaft in großen Massen anfällt. Denn dabei handelt es sich um nichts Geringeres als um gehäckselte Rinde gefällter Bäume – meist um Kiefernrinde. Dieser Rindenmulch ist zwar ein guter Schutz gegen Unkraut. Allerdings hat er aber auch einen wesentlichen Nachteil, denn er entzieht dem Boden Stickstoff, weshalb man diesen dem Boden auf andere Weise wieder zuführen muss.

Aus welchen Materialien wird Mulch hergestellt?

Mulch selbst herstellen ist recht einfach. Hierzu eignen sich beispielsweise Rasenschnitt, gehäckselte Äste von Bäumen und Sträuchern und Herbstlaub. Doch nicht jedes Laub ist gleichermaßen gut für jeden Garten geeignet. Eichenblätter etwa verrotten nur sehr langsam und sind zudem sehr sauer. Daher sind sie vor allem für den Rhododendron bestens geeignet ist. Doch nicht nur Laub von Bäumen ist gut zum Mulchen geeignet, auch die Blätter von Kräutern wie etwa vom Beinwell oder der Brennnessel werden gerne in den Mulch eingebracht.

Rasenschnitt als Mulch verwenden

Wer seinem Rasen etwas Gutes tun möchte, der kann beim Rasenmähen beispielsweise auf die Verwendung eines Auffangkorbes verzichten. Anstelle dessen bleibt das frisch gemähte Gras einfach liegen, wodurch der Boden mit Nährstoffen versorgt wird. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Rasen regelmäßig gemäht wird, da die Grashalme sonst mitunter zu lang sind und sich aufgrund dessen nicht so schnell zersetzen. Alternativ dazu kann aber auch ein spezieller Mulchrasenmäher verwendet werden, der den Rasenschnitt auf Wunsch besonders gut zerkleinert. Mit Rasenschnitt kann aber auch das Blumenbeet optimal gemulcht werden. Hierfür sollte dann allerdings der Grasfangkorb am Rasenmäher angebracht werden. Um eine noch bessere Belüftung des Bodens zu gewährleisten, kann der Rasenschnitt zusätzlich auch noch mit gehäckseltem Holz vermengt werden.

Mulchen mit Holzabfällen

Holzabfälle fallen in der Regel in jedem Garten an, wenn Bäume und Hecken zurückgeschnitten werden. Werden diese im Häcksler zerkleinert, eignet sich dies optimal zur Mulchherstellung. Wer jedoch keinen Häcksler besitzt, der kann in der Regel auch einen solchen im Gartencenter oder Baumarkt mieten oder einen freundlichen Nachbarn fragen.

Wann und wie sollte gemulcht werden?

Grundlegend gibt es keinen festen Zeitpunkt, zu dem gemulcht werden sollte. Denn im Sommer beispielsweise gibt der Mulch wertvolle Nährstoffe an den Boden ab und versorgt ihn mit zusätzlicher Feuchtigkeit. Außerdem schützt er die Feuchtigkeit im Erdboden vor Verdunstung durch die Sonne. Im Winter hingegen ist der Mulch ein idealer Schutz gegen Frost, wodurch die Wurzeln keinen Schaden nehmen.

Sobald man neue Pflanzen gesetzt oder ausgesät hat, sollte man darauf achten, dass diese eine Wuchshöhe von wenigstens etwa zehn Zentimetern erreicht haben, bevor gemulcht wird. Andernfalls kann es passieren, dass die Pflanzen eingehen werden. Auch auf frischer Aussaat sollte kein Mulch aufgebracht werden, da die Samen sonst nicht keimen können.

Doch auch bei der Menge des aufgebrachten Mulches muss einiges beachtet werden. Denn eine zu dicke Schicht verhindert, dass genug Luft an die Pflanze gelangen kann, eine zu dünne Schicht hingegen bietet keinen guten Schutz gegen ein Austrocknen des Bodens. Eine Schicht von etwa fünf bis zehn Zentimetern ist hier optimal. Bei einer zu dicken Schicht besteht außerdem die Gefahr, dass der Boden regelrecht erstickt, wodurch die zugeführten Nährstoffe nicht verarbeitet werden können.

 

Foto:

„Mulch Container“ by Ryan Somma, https://www.flickr.com/photos/ideonexus/3471715835/in/photolist-6hMsaz is licensed under a Creative Commons license (CC BY-SA 2.0): https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0