So werden Blattläuse wirksam bekämpft

September 1, 2014 in Pflege, Ratgeber von Andreas Bodonge

Sie ist ein Ärgernis für jeden Gärtner und nahezu keine Pflanze ist wirklich vor ihr sicher: die Blattlaus. Ob Rose, Lilie, Obstbaum oder Kräuter, beinahe alle Pflanzen können von Blattläusen befallen werden. Die gefräßigen kleinen Tierchen können sich sehr schnell verbreiten und mitunter einen großen Teil des Gartens befallen, weshalb man in jedem Fall schnell handeln sollte. Der Griff zu Chemikalien sollte dabei aber nicht an erster Stelle stehen. Nachfolgend möchten wir einige Tipps geben, wie man Blattläuse im Garten und auch an Zimmerpflanzen effektiv bekämpfen kann.

Die Blattlaus ist ein Tier, das beinahe aus dem Nichts heraus auftaucht und sich vorzugsweise über junge Triebe und Blätter hermacht. Innerhalb nur eines einzigen Tages kann sie bis zu fünf Nachkommen produzieren, die bereits innerhalb weniger Wochen selbst wieder Nachkommen produzieren können. Ein Befall sollte daher frühestmöglich erkannt und behandelt werden.

So erkennt man einen Blattlausbefall

Eine Blattlaus kann bereits mit bloßem Auge erkannt werden, auch wenn das Tier nur wenige Millimeter groß ist. Indizien für einen Befall sind beispielsweise deformierte oder angefressene Blätter oder ein schlechtes Wachstum der Pflanze, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass die Blattläuse den Pflanzen den zuckerhaltigen Pflanzensaft aussaugen. Da die Blattläuse einen Großteil davon wieder als sogenannten Honigtau ausscheiden, bildet sich schnell ein klebriger Belag auf den Pflanzen.

Chemie nicht die beste Wahl

Der Griff zur Chemiekeule ist häufig nicht die beste Wahl, denn gerade bei Erntepflanzen wie zum Beispiel bei Obstbäumen werden diese durch die eingesetzte Chemie für den Menschen unbrauchbar. Pyrethoide beispielsweise stehen in Verdacht, durch eine hormonelle Veränderung die Fruchtbarkeit des Mannes zu verändern. Daneben sollen aber auch Asthma und Hautausschlag begünstigt werden. Deshalb sollte man bei der Blattlausbekämpfung in erster Linie auf ungiftige Hausmittel zurückgreifen. Diese müssen zwar unter Umständen mehrmals angewendet werden, doch geht von ihnen keine Gefahr für den Menschen aus. Sind beispielsweise Rosen befallen, reicht mitunter bereits ein einfacher, kräftiger Wasserstrahl, durch den die Tiere von der Pflanze gespült werden.

Forficula auricularia – der Ohrwurm

Blattläuse haben einige Fressfeinde, zu denen unter anderem der Ohrwurm zählt. Wird ein mit Holzwolle befüllter Blumentopf umgekehrt in unmittelbarer Nähe zu den Blattläusen aufgehängt, können die Nützlinge sich in der Nacht unbeschwert über die Blattläuse hermachen und schon bald für einen entlausten Garten sorgen.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Damit Blattläuse gar nicht erst den Garten befallen, kann die Erde hin und wieder ein wenig mit Stickstoff gedüngt werden. Hier sollte man aber ein gesundes Maß finden. Denn auch ein stickstoffhaltiger Boden kann wiederum den Pflanzensaft entsprechend beeinflussen, der schließlich andere Schädlinge anziehen würde. Alternativ zum Stickstoffdünger können auch ätherische Öle eingesetzt werden. So eignet sich beispielsweise Lavendel sehr gut, aber auch Bohnenkraut ist sehr wirksam. Aber auch eine Mischkultur aus verschiedenartigen Pflanzen kann gegen Blattläuse vorbeugen.

Natürliches Bekämpfungsmittel

Die Brennnessel ist ein sehr wirksames Hausmittel gegen Blattläuse. Sind Pflanzen von Blattläusen befallen, kann etwa ein Kilogramm Brennnesseln in zehn Litern Wasser über die Dauer eines Tages eingeweicht werden, wodurch sich das Nesselgift im Wasser löst. Diese Lösung kann anschließend bedenkenlos über die befallenen Pflanzen gesprüht werden. Denn der Brennnesselsud wirkt sich keineswegs auf die Genießbarkeit von Obst und Gemüse aus und versickert schadstofffrei im Erdboden.

 

Foto:

„Blattläuse an Margarite – vorher/nachher“ by lebenswandeln – Veränderung, https://www.flickr.com/photos/jseidl2011/5862442528/in/photolist-9W3xVj is licensed under a Creative Commons license (CC BY-SA 2.0): https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0