Kübelpflanzen überwintern – darauf sollte man achten

November 13, 2014 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Noch vor dem ersten Winter sollten Kübelpflanzen auf ihre Wintertauglichkeit überprüft werden. Solche Pflanzen, die keinen Frost vertragen, sollten spätestens jetzt ins Haus geholt werden. Vor allem Gummibaum, Palme, Oleander, Orchidee und Co. mögen die Kälte gar nicht. Doch Vorsicht: Jede Pflanze hat ihre ganz eigenen Ansprüche was das Winterquartier angeht. Deshalb sollte man sich im Vorfeld über die verschiedenen Ansprüche jeder einzelnen Pflanze informieren und die Besonderheiten zu beachten. Schließlich möchte man ja auch in der nächsten Gartensaison möglichst wieder seine Freude an den Pflanzen haben. Solche Pflanzen, die unbedingt nach drinnen geräumt werden sollten, werden im Idealfall mitsamt dem Übertopf ins Haus getragen, damit dieser durch den Frost keinen Schaden erleidet. Hier ist zum Beispiel ein Pflanztrog mit Rollen die perfekte Lösung. Denn mit ihm können selbst schwere Pflanzen ohne große Mühe ins Haus gerollt werden.

Wer im Besitz eines frostfreien Wintergartens ist oder ein entsprechendes Gewächshaus sein Eigen nennt, der hat bereits das ideale Winterquartier für die meisten Pflanzen gefunden. Wer beides nicht vorweisen kann, der kann seine Pflanzen aber auch im hellen Keller, im Eingangsbereich des Hauses oder in ähnlichen Räumen unterstellen. Es gibt aber auch einige Pflanzen, die durchaus im Freien überwintern können. Allerdings müssen diese entsprechend vor Frost geschützt werden. Mit den Vorkehrungsmaßnahmen sollte man jedoch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch beginnen, noch bevor es den ersten Frost gibt.

Welche Kübelpflanzen dürfen im Garten überwintern?

Zu den Kübelpflanzen, die auch im Garten problemlos überwintern können, zählen zum Beispiel der Buchsbaum, der Kirschlorbeer oder der Bambus. Auch Koniferen können problemlos im Freien überwintern. Bei diesen Pflanzen sollten allerdings die Wurzeln geschützt werden, da diese sehr frostempfindlich sind. Um die Pflanzkübel etwa gegen Bodenkälte zu schützen, können diese zur Isolierung auf eine Styroporplatte gestellt werden. Den Pflanzkübel selbst verpackt man einfach mit ein paar Bahnen Jute, Vlies oder mit Luftpolsterfolie, auch Schilf liefert eine gute Isolierung. Auch kann es hilfreich sein, wenn die Pflanzen dicht beieinander an der Hauswand untergestellt werden, kann die Witterung ihnen außerdem umso weniger anhaben und zumindest die innenliegenden Pflanzen sind umso besser geschützt. Zusätzlichen Schutz gegen Frost bietet eine Schicht aus Reisig, die auf die Pflanzkübel gelegt wird. Auch im Winter sollten Pflanzen immer wieder gegossen werden, damit die Wurzelballen nicht vollständig austrocknen.

Die ideale Temperatur, bei der Pflanzen überwintern sollten, liegt bei fünf bis zehn Grad Celsius. Höhere Temperaturen sollten vermieden werden, da dadurch der Stoffwechsel der Pflanzen wieder in Gang kommen würde, jedoch ist das Tageslicht hierfür nicht ausreichend, weshalb es zu einer sogenannten Vergeilung kommen würde, was sich dahingehend äußert, dass die Pflanzen lange dünne Triebe bilden würde, an denen lediglich kleine Blätter wachsen.

Rosen vor Bodenfrost schützen

In vielen Gärten ist auch die Rose heimisch. Zwar ist die Rose durchaus für den Garten geeignet, allerdings sollten auch sie ausreichend vor Frost geschützt werden. Dies erreicht man im besten Fall durch Anhäufen von Erde um den Hauptstamm herum, denn die empfindlichste Stelle der Rose ist die Veredelungsstelle oberhalb der Wurzeln. Wer ganz schlau ist, der pflanzt den Rosenstock schon von Beginn an soweit im Pflanzkübel, dass die Veredelungsstelle bereits etwa fünf Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche liegt. Dieser Schutzbereich kann kurz vor Wintereinbruch noch einmal vergrößert werden, indem etwa zwanzig Zentimeter Blumenerde oder Humus um die Rose herum angehäuft wird. Hat man sich für Humus entschieden, muss dieser im Frühjahr lediglich ein wenig um die Rosen verteilt werden, kann aber auf dem Boden verbleiben, da dieser dort nach und nach seine Nährstoffe an den Boden abgeben kann.

Keine Überwinterung ohne Licht

Zwar gibt es durchaus auch Pflanzen, die bei Temperaturen zwischen null und fünf Grad Celsius den Winter auch ohne Licht verbringen können, doch trifft dies keineswegs für immergrüne Pflanzen zu, wie zum Beispiel Oleander, Lorbeer oder Dattelpalme, da diese auch im Winter ihre Blätter behalten. Im Idealfall verbringen diese ihre Winterruhe daher im Wintergarten oder im Gewächshaus. Solche Pflanzen, die ihr Laub im Winter abwerfen, wie beispielsweise die Fuchsie, können hingegen bei entsprechend niedrigen Temperaturen auch in dunklen Räumen überwintert werden. Im Idealfall werden diese Pflanzen vor dem Überwintern zurückgeschnitten – so werfen sie im Winterquartier nicht zwangsläufig alle Blätter ab.

Auch im Winter gießen – aber nicht zu viel

Auch im Winter sollten Blumen, Palmen und Co. gegossen werden. Hierbei sollte man allerdings darauf achten, nur sparsam zu gießen und auch erst dann, wenn die Erde komplett getrocknet ist. Im Regelfall ist es ausreichend, wenn nur einmal in der Woche gegossen wird. Unter Umständen kann es sein, dass die eine oder andere Pflanze eventuell ihre Blätter beginnt abzuwerfen. Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass sie zu wenig Wasser bekommt. Häufig liegt dies einfach nur am Lichtmangel oder an einer zu hohen Umgebungstemperatur. Deshalb sollte man die Bedingungen im Winterquartier stets im Auge behalten.

Kübelpflanzen im Winterquartier von Ungeziefer schützen

Nicht nur im Sommer, auch im Winter können Pflanzen von Schädlingen befallen werden. Um einen Schädlingsbefall zu möglichst zu verhindern, sollten nur solche Pflanzen in das Winterquartier geräumt werden, die auch tatsächlich frei von Schädlingen sind. Hierfür sollte jede Pflanze vor dem Verräumen eingehend untersucht werden. Vor allem die Blattunterseiten und die Stiele sind ein häufiges Ziel von Woll- und Schildläusen. Um eine Pilzerkrankung zu vermeiden, sollten abgefallene Blätter sowie abgestorbene Pflanzenteile stets entfernt werden.