Hydrokultur-Pflanzen – so werden sie richtig gepflegt

Februar 23, 2015 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr, Tobias Ziegler

Foto: flickr, Tobias Ziegler

Immer mehr kommen Hydrokultur-Pflanzen in den letzten Jahren aus der Mode. Doch wieso eigentlich? Schließlich hat die Hydrokultur so viele Vorteile. Dazu zählt zum Beispiel, dass man seine Pflanzen, wenn diese auf Hydrokultur umgestellt werden, gerne auch mal unregelmäßig gegossen werden können, da der Wasserspeicher für einen längeren Zeitraum ausreicht. Anhand einer Füllstandanzeige kann man leicht ablesen, wie viel Wasser noch im Behälter vorhanden ist und wann beziehungsweise wie viel wieder nachgegossen werden sollte. Allerdings sollte man auch bei der Hydrokultur aufpassen, denn auch hier können die Zimmerpflanzen durchaus zu Tide gegossen werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich vor allem für Allergiker. In loser Blumenerde können sich gerne mal Schimmelsporen oder Ungeziefer bilden. Nicht so jedoch bei der Hydrokultur. Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Tipps geben, worauf Sie bei der Pflege Ihrer Hydrokultur-Pflanzen achten sollten.

Das Substrat der Hydrokultur, wie etwa natürliches Tongranulat, wiegt in der Regel sehr wenig. Dadurch können selbst große Blumenkübel meist noch leicht bewegt werden. Mit Staunässe müssen Sie bei Hydrokultur eigentlich nicht rechnen. Eigentlich – denn auch Hydrokultur-Pflanzen kann man sehr wohl zu Tode gießen, wenn man über die Maximalgrenze hinaus gießt. Bei Hydrokultur sollten Sie ausschließlich einen Pflanzeinsatz mit Bewässerungssystem und integrierter Füllstandanzeige setzen, da Sie hier eine Ober- und eine Untergrenze angezeigt bekommen. So wissen Sie immer auf einen Blick, wann Sie wieder nachgießen müssen und wie viel Wasser Sie maximal nachgießen dürfen, damit Ihnen die Pflanze nicht absäuft. Denn auch bei Hydrokultur kann es durchaus zu Staunässe kommen, wenn Sie es mit dem Gießen zu sehr übertreiben.

Das keramische Tongranulat besteht aus einem Naturprodukt, welches bei etwa 1.250 Grad Celsius gebrannt wurde. Während des Brennvorgangs bläht sich der Ton auf, wodurch sich in den dadurch entstehenden Hohlräumen Wasser ansammeln kann. Das Material selbst kann kein Wasser aufnehmen.

Hydrokultur und Dünger

Da Tongranulat keine eigenen Nährstoffe enthält, sollten dem Gießwasser regelmäßig etwas Flüssigdünger beigemischt werden. Wenn Sie nicht bei jedem Mal gießen Dünger hinzufügen möchten, können Sie sich auch für einen Langzeitdünger entscheiden. Hierfür eignet sich, zumindest bei hartem bis mittelhartem Wasser, ein Ionenaustauschdünger. Idealerweise füllen Sie den Langzeitdünger in die wasserführende Schicht des Pflanzeinsatzes.

Hydrokultur umtopfen

Da das Hydrokultur-Substrat dauerhaft stabil ist, also auch nach mehreren Jahren seine Struktur nicht verändert, ist es nicht notwendig, dieses nach einiger Zeit auszutauschen. Allerdings kann der Wurzelballen der Zimmerpflanze mit der Zeit wachsen, weshalb die Pflanze irgendwann in einen größeren Blumenkübel umgetopft werden sollte.

Ist das Wasser sehr kalkhaltig, kann das Granulat mit der Zeit unter Umständen nicht mehr so schön aussehen. Auf der obersten Schicht des Substrats kann sich mit der Zeit eine Schicht aus Salzkristallen und Kalk bilden. Allerdings muss dann nicht sofort das gesamte Granulat ausgetaucht werden, sondern es reicht auch nur die oberste Schicht. Oftmals kann es auch bereits ausreichen, wenn lediglich die obersten Schichten etwas durchgemischt werden, damit das Granulat wieder schön aussieht.

Eignen sich alle Pflanzen für Hydrokultur?

Sehr bekannte Pflanzen, die sich für den Einsatz von Hydrokultur eignen, sind beispielsweise der Drachenbaum, der Ficus oder der Elefantenfuß. Letztlich ist aber beinahe jede Pflanze geeignet, um in Hydrokultur gepflanzt zu werden. Dabei sollten Sie aber darauf achten, dass die Hydrokultur auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Deshalb werden meist auch eher Grünpflanzen verwendet, wie Palmen und Farne. Nun gibt es aber auch solche Pflanzen, die Staunässe überhaupt nicht vertragen. Dazu zählen beispielsweise Kakteen oder auch Orchideen.

Alles eine Frage der Umgewöhnung

Grundlegend kann man nahezu jede Zimmerpflanze, die in Erde gepflanzt ist, in Hydrokultur umgetopft werden. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. So muss die Erde beispielsweise erst vollständig aus dem Wurzelballen entfernt werden – es dürfen keinerlei Erdrückstände verbleiben, da diese beginnen könnten zu faulen. Idealerweise wird die Zimmerpflanze nach dem Umtopfen in Tongranulat erst einmal in einem Gewächshaus untergebracht, da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Grund dafür ist, dass die Wurzeln erst einmal bis zum Grund des Pflanzeinsatzes, an dem sich das Gießwasser befindet, vordringen müssen, was mitunter einige Wochen dauern kann. Bis dahin darf die Pflanze nicht gegossen werden.

 

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„IMG_4815“ by Tobias Ziegler, https://www.flickr.com/photos/tobionline/3224624853/ is licensed under a Creative Commons license (CC BY 2.0): https://creativecommons.org/licenses/by/2.0