Hitze bedeutet viel Gießen – mit diesen Tipps machen Sie es richtig

September 4, 2015 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr, steve p2008 (CC BY 2.0)

Foto: flickr, steve p2008 (CC BY 2.0)

Wenn es draußen so richtig heiß ist und kaum regnet, benötigt der Garten sehr viel Wasser. Doch gießen alleine reicht nicht aus, wenn man seinen Garten effektiv mit Feuchtigkeit versorgen möchte. Wer seinen Garten wirklich sinnvoll wässern will, der sollte auch dafür sorgen, dass die Erde entsprechend aufgelockert wird. Denn ein aufgelockerter Boden kann das Wasser viel besser speichern, wodurch es wesentlich schlechter verdunstet. Nicht nur ambitionierte Hobbygärtner, sondern auch Profis wissen genau, worauf es ankommt. Denn mit nur einmal harken kann man sich dreimal das Wässern ersparen. Doch warum ist das eigentlich so?

Wenn es stark geregnet oder man viel gegossen hat, versickert das Wasser zwar erst mal im Erdboden. Doch dort bleibt es nicht lange. Denn der sogenannte Kapillareffekt sorgt dafür, dass das Wasser wieder an die Erdoberfläche transportiert wird, wo es schließlich recht schnell wieder verdunstet. Erzeugt wird dieser Kapillareffekt durch die Oberflächenspannung des Wassers und die Grenzflächenspannung zwischen dem flüssigen Wasser und dem festen Erdboden, wodurch das Wasser entgegen der Gravitationskraft automatisch nach oben steigt. Wird nun aber der Boden aufgelockert, so wird diesem Effekt entgegengewirkt, da die Hohlräume in der Erde deutlich größer sind und somit keine Kapillarität entstehen kann.

Wer nicht mäht zur rechten Zeit, der muss seh’n, was übrig bleibt

Seinen Rasen oder auch Pflanzen bei praller Sonne zu gießen, bedeutet nicht selten das Ende oder zumindest eine Schädigung. Jeder einzelne Wassertropfen wirkt wie ein Brennglas, weshalb Rasen und Co. bei direkter Sonneneinstrahlung regelrecht verbrennen würden. Deshalb sollte niemals gegossen werden, solange die Sonne scheint, sondern nur, wenn der Himmel bewölkt ist oder der Garten im Schatten liegt. Sollte es sich hingegen nicht vermeiden lassen, den Rasen bei Sonnenschein zu mähen, sollte der Rasenschnitt vorerst liegen gelassen werden, da dieser den Rasen immerhin noch ein wenig vor der Sonne schützt. Andernfalls würden die freiliegenden Grashalme unter Umständen ebenfalls durch die Sonne verbrennen.

Beim Gießen kommt es vor allem auf die richtige Zeit an

Zwar beginnen viele am Nachmittag oder Abend, wenn die Sonne am Untergehen ist, ihren Garten zu wässern. Doch der Boden ist zu dieser Zeit insgesamt noch viel zu stark aufgeheizt, weshalb rund 90 Prozent des Gießwassers geradewegs gen Himmel fahren – es verdunstet ganz einfach, noch bevor es bis zu den Wurzeln vordringen kann. Außerdem besteht ein deutlich erhöhtes Risiko von Pilzbefall und Schimmelbildung, da die Pflanzen über Nacht und damit viel zu lange nass bleiben.

Der ideale Zeitpunkt ist in der Zeit zwischen drei und vier Uhr am Morgen. Da nun aber wohl kaum jemand um diese Zeit bereits wach ist, empfiehlt es sich, eine zeitgesteuerte Bewässerungsanlage zu verwenden.

Auch die richtige Menge ist von Bedeutung

Oftmals wird lediglich nach Gefühl gewässert. In vielen Fällen reicht die Wassermenge allerdings nicht annähernd aus. Um festzustellen, ob der Boden genug Wasser abbekommen hat, kann ein Glas oder eine flache Schale aufgestellt werden, in dem sich Gießwasser sammeln kann. Erst wenn das Wasser in diesem Behältnis wenigstens eine Höhe von 15 Millimetern erreicht hat, hatte das Wasser genug Zeit, bis zu den Wurzeln der Pflanzen vorzudringen und die Pflanzen ausreichend zu versorgen. Auch während eines Regenschauers kann man so prüfen, ob der Boden ausreichend mit Regenwasser versorgt wurde. Denn es ist meist der Fall, dass auch hier lediglich die Erdoberfläche nass geworden ist, das Wasser aber nicht weit genug in das Erdreich einziehen konnte. Deshalb ist es auch nach einem kurzen Regen, wie er im Sommer ab und an mal vorkommt, sehr empfehlenswert, seinen Garten dennoch noch einmal zu wässern.

Mulchen hilft vor dem Austrocknen

Damit der Boden vor allem in den Blumenbeeten nicht zu schnell austrocknet, kann man diesen mulchen, denn vor allem frisch ausgesäte Samen und kleine Setzlinge benötigen immer genug Feuchtigkeit, um nicht auszutrocknen. Hierfür empfiehlt es sich, zum Beispiel Rindenmulchen um die Pflanzen herum auf dem Boden auszubreiten. Alternativ können aber auch Rasenschnitt, große Blätter oder auch Schafswolle oder Ähnliches, wodurch das Wasser gespeichert werden kann, ausgebracht werden. Viele Hobbygärtner greifen auch zu einem dünnen Vlies.