Herbstlaub, Äste und Co. – Gartenabfälle sinnvoll verwerten

November 17, 2015 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr.com, greensheepred, Lizenz: CC BY-SA 2.0

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Gerade jetzt, mitten im Herbst, wo überall die Blätter von den Bäumen und Büschen falle, wo Unmengen an Rasenschnitt anfallen und wo viele Hecken und Bäume noch mal kräftig zurückgeschnitten werden, fallen große Mengen an Gartenabfällen an. Viele wissen gar nicht so recht, wo sie damit hin sollen und schmeißen ihn, sofern es denn hinein passen sollte, in die Biotonne, während andere hingegen die örtliche Abholung von Gartenabfällen nutzen und ihre zu Bündeln geknoteten Äste an den Straßenrand legen. Dabei gibt es eine ideale Lösung, die Gartenabfälle noch sinnvoll zu nutzen: Als Mulch. In einer ordentlichen Menge auf den Boden aufgebracht ist er dabei behilflich, Unkraut fernzuhalten, den Boden vor Frost zu schützen und ihn vor dem Austrocknen zu bewahren. Außerdem wird der Boden dadurch optimal mit neuen Nährstoffen versorgt. Wer seinem Garten wieder mal etwas Gutes tun möchte, für den ist Mulch also eine sehr günstige Lösung. In unserem nachfolgenden Ratgeber verraten wir Ihnen einige der besten Tipps zum Thema Mulchen.

Herstellung von Mulch – darauf sollten Sie achten

Sobald ein Beet mit einem geeigneten Material bedeckt wird, so nennt man dies Mulchen. Dies ist ein Vorgang, der in der Natur schon seit jeher üblich ist. Schließlich werfen die Bäume in den Wäldern auch jeden Herbst ihre Blätter ab und bedecken so den gesamten Waldboden mit Laub. Dadurch erhält der Waldboden eine schützende Decke und wird mit reichhaltigen Nährstoffen versorgt. Deshalb gibt es auch sehr viele Gärtner – ob Hobbygärtner oder Profi – welche auf das Abdecken ihrer Beete geradezu schwören. Vielen von ihnen ist sehr wohl bewusst, dass sie dadurch einen gesunden Garten erhalten, dessen Pflanzen stets eine reichte Ernte liefern. Mulch hat den Vorteil, dass er sich mit der Zeit zersetzt und deshalb auch gleichzeitig einen natürlichen Dünger abgibt.

Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Garten mulchen

Irgendwann fanden die Menschen großen Gefallen an den einen oder anderen Pflanzen aus den Wäldern, weshalb sie eines Tages beschlossen, diese nicht nur in den Wäldern, sondern auch in ihren eigenen Gärten bewundern zu wollen. So kam es also, dass Rhododendron, Farn und Co. immer mehr in unsere Gärten Einzug hielt. Doch schnell zeigte sich, dass sie den Umzug gar nicht gut verkraftet haben. Was ihnen fehlte, waren der lockere, humusreiche Waldboden und die natürliche Laubschicht. Denn das Laub sorgte dafür, dass nicht nur das Grundwasser im Waldboden nicht sofort verdunstet, sondern dass auch frisches Regenwasser sofort aufgesogen wird wie ein Schwamm. Außerdem wirkt der Mulch wie eine Isolationsschicht gegen starke Temperaturschwankungen. Durch die langsame Verrottung des Mulches werden nach und nach Nährstoffe an den Boden abgegeben, wodurch unter anderem verschiedenste Lebewesen im Boden genährt werden.

Rindenmulch aus dem Baumarkt oder vom Gartencenter

Wer nicht genug Laub und Gartenabfälle hat, der kann auch auf Rindenmulch zurückgreifen. Dieser ist eine ideale Alternative, denn hierbei handelt es sich um gehäckselte Baumrinde, ein Abfallprodukt aus der Forstwirtschaft. Idealerweise greifen Sie zu reiner Kiefernrinde – sie muss aber frisch sein. So können Sie das Unkraut am besten fernhalten.

Rindenmulch hat leider aber auch einen Nachteil. Denn es entzieht dem Boden seinen Stickstoff. Deshalb sollten Sie bei Verwendung von Rindenmulch entsprechend für einen Ausgleich sorgen.

Aus diesen Materialien wird Mulch hergestellt

Mulch müssen Sie nicht zwangsläufig kaufen, denn Sie können ihn auch ganz einfach selbst herstellen. Ein sehr guter Mulch ist beispielsweise Rasenschnitt. Aber auch gehäckselter Schnitt von Büschen und Sträuchern ist optimal geeignet, genauso wie Herbstlaub. Der Rhododendron beispielsweise benötigt einen niedrigen pH-Wert, was Sie mit dem Laub der Eiche erreichen können. Auch Beinwell oder Brennnessel sind ideale Zutaten für einen geeigneten Mulch.

Rasenschnitt als Mulch

Seit einigen Jahren wird der Rasenmäh-Roboter immer beliebter. Einmal eingerichtet zieht er völlig eigenständig immer wieder seine Bahnen durch den gesamten Garten. Dabei werden die Grashalme immer wieder minimal geschnitten. Aufgrund eines fehlenden Auffangkorbes landet der Rasenschnitt auf dem Boden und versorgt diesen mit frischen Nährstoffen.

Äste, Zweige und Co. – Mulch aus Holzabfällen

Sobald Sie Ihre Hecken und Bäume zurückschneiden, sollten Sie die Hölzer mit einem Gartenhäcksler zerkleinern und auffangen. Denn auch klein geschreddert Holz ergibt einen idealen Mulch, den Sie beispielsweise im Pflanzkübel oder auf einem kleinen Blumenbeet aufbringen können.

Achten Sie unbedingt darauf, richtig zu mulchen

Wenn Sie Mulch aufbringen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie keine Fehler machen. Denn schnell kann es passieren, dass der Mulch oder die Pflanze beginnt zu faulen. Dies passiert sehr schnell, wenn Sie nicht darauf achten, dass genug Luft an die Pflanze kommt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Mulch nur bis zu einer Dicke von fünf bis maximal zehn Zentimeter aufgebracht wird. Ist die Schicht zu dick, kommt keine Luft mehr an den Boden und er erstickt regelrecht.

Gleiches gilt beim Mulchen mit Rasenschnitt. Auch hier darf die Schicht nicht zu dick sein. Außerdem muss hier darauf geachtet werden, dass er beim Ausbringen komplett trocken ist, da er sonst schnell verdichtet wird und ebenfalls verhindert, dass der Boden atmen kann.

Bevor Sie beginnen den Mulch aufzutragen, sollten Sie unbedingt jegliches Unkraut entfernen. Vor allem solche Unkräuter wie Quecke oder Giersch müssen unbedingt raus, denn sie schaffen es durchaus, sich durch die Mulchschicht hindurch zu kämpfen. Haben sie dies erst einmal geschafft, sind sie umso schwieriger wieder zu entfernen.

Wann ist der ideale Zeitpunkt zum Mulchen?

Grundsätzlich gibt es keine feste Zeit, zu der Sie den Mulch aufbringen können. Denn während er auch im Sommer den Boden mit wichtigen Nährstoffen versorgt und vor dem Austrocknen schützt, bewahrt er den Boden im Winter vor Frost. Es spricht also nichts dagegen, das gesamte Jahr über zu mulchen. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen, um welche herum gemulcht wird, mindestens zehn Zentimeter hoch gewachsen sind.