Gartenarbeit im September – das ist zu tun

September 21, 2015 in Pflege, Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr, Elvert Barnes

Foto: flickr, Elvert Barnes

Langsam aber sicher neigt sich der Sommer dem Ende und der Herbst hält Einzug. Damit neigt sich auch die Gartensaison dem Ende entgegen. Die Tage werden kürzer, die Sonnenstunden weniger, die Temperaturen sinken spürbar. So langsam wird es Zeit, die Ernte einzuholen. Der Garten hält jetzt aber noch viel Arbeit bereit, die Sie rechtzeitig noch erledigen sollten. Gerade jetzt im September gibt es noch viel zu tun.

Solange das Wetter noch schön bleibt, werden einige Rosen auch weiterhin blühen. Besonders bei Aster, Fetthenne und Sonnenhut ist jetzt die volle Blütenpracht zu erleben. Sie verwandeln den Garten in ein regelrechtes Blütenmeer. Wer Kartoffeln und Äpfel in seinem Garten hat, der sollte diese nun im Keller einlagern. Auch Früchte sollten Sie jetzt zu Marmelade oder Gelee einkochen. Doch als wäre es nicht schon genug Arbeit, die aktuelle Gartensaison zum erfolgreichen Abschluss zu bringen; auch das nächste Jahr will bereits geplant werden. Denn vor allem Zwiebelblumen wie Tulpe, Schneeglöckchen oder Krokus sollten unbedingt jetzt schon, spätestens aber im Oktober, eingesetzt werden, damit sie genug Zeit haben anzuwachsen und im kommenden Frühling auszutreiben.

Den Boden für Frühlingsblumen richtig vorbereiten

Wenn Sie im nächsten Frühling schöne Frühblüher möchten, dürfen Sie die Zwiebeln nicht zu spät einpflanzen. Jetzt ist dafür genau der richtige Zeitpunkt. In jedem Fall sollte das Setzen noch vor dem ersten Frost erfolgen. Ob nun Narzisse, Krokus oder ein anderer Frühblüher, wichtig ist vor allem ein aufgelockerter Boden. Dadurch ist gewährleistet, dass sich keine Staunässe bildet und die Zwiebel schlichtweg weg fault. Am besten geben Sie auch gleich ein wenig Kompost mit in das Loch, um genug Nährstoffe zu liefern.

Ernte von Tomate, Kartoffel und Co.

An den Tomatenpflanzen werden langsam aber sicher die letzten Tomaten zu finden sein. Wenn Sie noch grüne Tomaten vorfinden sollten, müssen Sie diese nicht abschreiben. Hüllen Sie die Pflanze einfach in eine Folienhaube und die Früchte können noch gut reifen. Eventuell noch vorhandene Blüten sollten Sie aber entfernen, damit die noch unreifen Früchte die letzten Kraftreserven der Pflanze für sich allein haben.

Kartoffeln sollten jetzt, wo sie reif sind, im Keller eingelagert werden. Achten Die aber darauf, dass diese gesund sind und unbeschädigt. Der Kellerraum sollte vor allem dunkel sein und die Temperatur bei unter acht Grad Celsius liegen, damit die Knollen nicht austreiben. Achten Sie auch auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit.

Zucchini müssen unbedingt noch vor dem ersten Frost ernten. Doch bis es soweit ist, benötigen sie noch viel Zuwendung und Pflege. Dazu gehören regelmäßiges Gießen und Düngen. Den idealen Dünger bildet eine Pflanzenjauche. Zusätzlich können Sie auch halbwegs verrotteten Kompost um die Pflanze herum auf dem Boden verteilen. Wohlgenährt kann diese noch lange genug neue Früchte liefern.

Besondere Pflege für den Erdboden

Gartenabfälle sollten Sie nicht einfach so entsorgen. Ob nun Holzabfälle, die beim Beschneiden von Bäumen und Büschen entstehen, Rasenschnitt oder Laub, daraus können Sie einen idealen Mulch erstellen. Holzabfälle sollten idealerweise mit einem Häcksler zerkleinert werden, anschließend werden sämtliche Gartenabfälle über mehrere Monate kompostieren. Danach decken Sie den Boden mit dem organischen Material ab. Dieser schützt den Boden und den Boden vor der Witterung, Feuchtigkeit wird wesentlich länger im Boden gehalten und außerdem wird der Boden sogar mit neuen Nährstoffen versorgt. Ein netter Nebeneffekt: Unkraut wird ebenfalls fern gehalten.

Haben Sie die Ernte abgeschlossen, benötigt der Boden besonders viel Pflege. Die Nährstoffe wurden in den letzten Monaten reichlich aus dem Boden gezogen, deshalb müssen Sie nun für Nachschub sorgen. Die Pflanzen von Tomate, Zucchini und Co. sind in der Regel nicht mehr zu gebrauchen, da sie ohnehin im nächsten Jahr neu wachsen. Deshalb können Sie diese, sofern sie noch grün oder nur etwas verwelkt sind, problemlos in den Boden einarbeiten. Zusätzlich können Sie auch etwas Stroh einbringen. Dadurch kann sich hervorragender Humus bilden und Unkraut wird wirkungsvoll ferngehalten. Die Kleinstlebewesen in der Erde freuen sich ganz besonders über das reichhaltige Futter-Buffet.

Heckenschneiden mit Bedacht

Wenn Sie Ihre Hecken zurückschneiden möchten, sollten Sie unbedingt noch warten bis zum Oktober. Denn in ganz Deutschland ist der radikale Rückschnitt in den Monaten März bis September grundsätzlich verboten, da die Hecken sehr beliebte Brutplätze für viele Vögel bieten. Was Sie aber tun können, ist ein ganz normaler Formschnitt, mit dem Sie ruhig schon jetzt beginnen können. Denn jedes Mal, wenn die Hecke geschnitten wird, beginnt sie umso mehr zu wachsen. Wenn Sie nun aber mit dem Heckenschnitt zu lange warten und die nachwachsenden Triebe in den ersten Frost geraten, kann dies die Hecke nachhaltig schädigen.

Bei Obsthecken wie etwa der Himbeere werden alle Triebe, an denen Früchte getragen wurden, vollständig zurückgeschnitten. Auch Lavendel wird zurückgeschnitten, aber nicht nur alte, sondern auch frische Triebe und die Blütenstiele. Tun Sie dies nicht, kann der Stock verholzen, wodurch er im kommenden Jahr nicht mehr schon aussieht. Außerdem kann auch die Kletterrose ruhig einen Rückschnitt vertragen. Denken Sie unbedingt auch daran, die Triebe zusammenzubinden. Denn ein Herbststurm kann die Triebe sonst schnell beschädigen.

Rasen pflegen

Zur Rasenpflege zählt weit mehr, als nur ihn nur regelmäßig zu mähen. Gerade jetzt zum Herbstbeginn sollten Sie ihn vertikutieren, um noch mal das gesamte Moos, das über den Sommer gewachsen ist, raus zu holen. Sollte der Rasen in den heißen Sommermonaten stellenweise verbrannt oder vertrocknet sein, haben Sie, solange das Wetter noch mild ist und sich kein Frost ankündigt, genug Zeit, neuen Rasen nach zu säen. Die Saat keimt zwar nicht unbedingt sofort, sondern braucht ein wenig länger. Doch bis zum Frühjahr ist der Rasen dafür wieder richtig dicht. Achten Sie nach der Aussaat unbedingt darauf, den Rasen nach Möglichkeit nicht mehr zu betreten, um die aufkeimenden Pflänzchen nicht zu beschädigen. Ende September darf der Rasen dann ruhig noch einmal mit einer Portion stickstoffarmem Dünger versorgt werden. Dadurch werden die Wurzeln noch einmal zum Wachsen angeregt, während die Grashalme hingegen ruhen.