Garten im Herbst – jetzt mit Blumen schöne Akzente setzen

November 11, 2015 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: flickr, Bert Kaufmann

Foto: flickr, Bert Kaufmann

Der Sommer hat seine Zeit für dieses Jahr schon lange hinter sich und der Herbst ist momentan aktiver denn je. Überall verlieren die Bäume immer mehr ihre Blätter, Blumen verlieren ihre Blüten und verwelken immer mehr oder haben diesen Prozess sogar schon hinter sich. Die schönen bunten Farben, die während dem Frühling und Sommer in unseren Gärten eine echte Augenweide gewesen sind, gibt es nicht mehr, denn der Herbst taucht alles in ein schillerndes Goldbraun. Doch selbst wenn die Blumen in Ihrem Garten nicht mehr blühen, bedeutet dies nicht, dass Sie jetzt bis zum nächsten Frühling warten müssen, denn auch im Herbst haben Sie die Möglichkeit, Ihren Garten in eine blühende Oase zu verwandeln. Wie dies geht, möchten wir Ihnen gerne verraten.

Auch im Herbst müssen Sie nicht auf einen Garten verzichten

Es gibt viele Pflanzen, mit denen Sie Ihren Garten in ein Blumenmeer verwandeln können. Damit müssen Sie auch im Herbst nicht auf einen blühenden Garten verzichten. Denn sogenannte Herbstblumen beginnen erst dann so richtig ihre Blütenkraft zu entfalten, wenn der Sommer keine Daseinsberechtigung mehr hat und die Temperaturen mehr und mehr sinken. Winterharte Pflanzen und auch Immergrün sind in der Lage, kalte Temperaturen problemlos zu überstehen, weshalb sie hervorragend geeignet sind, den Garten auch über den Herbst und mitunter sogar über den Winter hinweg ausdrucksstark zu akzentuieren.

Um entsprechende Akzente im Garten zu setzen, eignen sich diverse Herbstblumen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um

  • Chrysantheme (Chrysanthemum)
  • Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
  • Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides)
  • Herbst-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia)

Während die Chrysantheme weitreichend bekannt ist als Herbstblüher, gelten beispielsweise der Mönchspfeffer oder der Oktober-Steinbrech vielmehr als Geheimtipps, die noch nicht bei jedem Hobbygärtner angekommen sind. Vor allem der Knopfbusch ist ein weiteres Highlight für den Garten, da er nicht nur außergewöhnlich aussieht mit seiner runden Blütenkugel, sondern zudem einen süßlichen Duft versprüht.

Mönchspfeffer – die Heil- und Zierpflanze aus dem Kloster

Steckbrief:
Familie: Eisenkrautgewächse – Verbenaceae
Botanischer Name: Vitex agnus-castus
Herkunft: Südeuropa, Afrika, Zentral-Asien
Wuchs: 1 bis 2 Meter hoch, sommergrüner Strauch
Blüte: blaue Blütenkerzen, je nach Standort von Ende Juni bis September
Standort: sonnig, geschützt

Der Mönchspfeffer ist eine Pflanze, die sowohl Heil- als auch Zierpflanze perfekt miteinander vereint. Wegen seiner medizinischen Wirkung wurde er lange Zeit fast ausschließlich in Klostergärten gezüchtet.

Wenn Sie den Mönchspfeffer in einem geschützten Bereich eingepflanzt haben, werden sich schon Ende Juni bis Anfang Juli seine Blüten öffnen. An ungeschützten Standorten und auch in eher rauen Regionen kann sich dies aber auch schon mal bis Anfang September hinausziehen.

Leider ist der Mönchspfeffer nicht zu 100 Prozent winterhart, deshalb sollten Sie insbesondere in Regionen mit rauem Klima rechtzeitig eine ausreichende Mulchschicht aufbringen, um die Pflanze möglichst lange vor Frost zu schützen. Hierfür eignet sich beispielsweise eine etwa 20 bis 30 Zentimeter dicke Schicht aus Laub. Sollten dennoch über den Winter einige Triebe erfrieren, ist dies nicht weiter tragisch, denn diese können Sie im nächsten Frühjahr einfach mit der Gartenschere abschneiden.

Der Mönchspfeffer kann auch ideal im Pflanzkübel eingepflanzt werden. So verlieren die Triebe zwar vor dem Winter ihre Blätter, doch können Sie die den Pflanzkübel so noch besser vor Frost schützen, da Sie die Pflanze im Idealfall sogar in einem geschützten Winterquartier überwintern können. Hierfür eignet sich alles, was dunkel und kühl ist. Je dunkler es ist, desto kühler sollte es auch sein.

Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch – Insektennahrung im Herbst

Steckbrief:
Familie: Geißblattgewächse – Caprifoliaceae
Botanischer Name: Heptacodium miconioides
Herkunft: China
Wuchs: 3 bis 5 Meter hoch, sommergrüner Zierstrauch
Blüte: creme-weiße Blüten an endständigen Rispen
Standort: sonnig bis halbschattig

Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch besitzt ähnlich wie der Mönchspfeffer süßlich duftende Blüten, die einen reichhaltigen Nektar produzieren. Deshalb ist die Pflanze auch vor allem im Herbst die ideale Nahrungsquelle für viele Insekten. Vielen ist der Zierstrauch auch als Herbstjasmin bekannt, was insbesondere auf den seinen intensiven Blütenduft zurückzuführen ist.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauches ist ausschließlich in China gelegen und dort auch nur in drei Provinzen:

  • Anhui
  • Hubei
  • Zhejiang

Dort hat er die Möglichkeit, in Steppen und auch in trockenen Wäldern in einer Höhe von etwa 600 bis 1.000 Meter zu wachsen. Die Pflanze bevorzugt einen frischen Boden, der sandig-lehmig bis lehmig ausfällt, nur schwach sauer bis schwach alkalisch ist und zudem sehr nährstoffreich. In anderen Regionen und Ländern kommt der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch allenfalls als nachgezüchteter Zierstrauch vor. Die Pflanze ist sehr wärmeliebend, kann sich aber dennoch in der Regel gegen Frost behaupten.

Herbst-Steinbrech – das robuste Oktoberle

Steckbrief:
Familie: Steinbrechgewächse – Saxifrageceae
Botanischer Name: Saxifraga cortusifolia
Herkunft: Asien
Wuchs: bis 50 Zentimeter, sommergrün bis immergrün
Blüte: je nach Sorte weiße, rosafarbene oder rote Blüten ab Oktober
Standort: halbschattig bis schattig auf humosem, leicht saurem Boden

Beim Herbst-Steinbrech handelt es sich um eine Staude, die vielen auch als „Oktoberle“ bekannt sein dürfte. Vor allem von September bis Oktober können Sie sich bei dieser Pflanze über wunderschöne Blüten freuen. Vor allem in den nördlichen Breiten ist der Steinbrech sehr beliebt, da er sehr widerstandsfähig gegen Kälte ist. Sehr gerne wird diese Gebirgspflanze in Steingärten eingesetzt. Die Pflanze kann auch ideal mit anderen Stauden und auch mit Farnen kombiniert werden, wie zum Beispiel mit Herbst-Enzian, Herbst-Alpenveilchen, Heuchera, Christrose oder auch mit filigranen Gräsern.

 

Foto:

„Indian Summer in Maharishi’s Garden“ by Bert Kaufmann, https://www.flickr.com/photos/22746515@N02/8104701208 is licensed under a Creative Commons license (CC BY-SA 2.0): https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/