Frischer Salat im Garten – auch im Winter möglich

Februar 2, 2016 in Ratgeber von Andreas Bodonge

Foto: Alexas_Fotos | Lizenz: CC0 Public Domain

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Frischer Salat aus dem eigenen Garten ist einfach immer etwas Leckeres. Er schmeckt gleich viel besser, wenn man weiß, dass er frei von jeglichen Schadstoffen und Pestiziden ist. Doch frischen Salat gibt es nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter können Sie ihn durchaus genießen, ohne dabei auf den Salat im Supermarkt zurückgreifen zu müssen. Frischen Salat bekommen Sie auch in Ihrem eigenen Garten.

Endivien – einer der beliebtesten Wintersalate

Ein sehr guter Wintersalat ist der Endivien, der ursprünglich aus der Mittelmeerregion stammt. Schon die Römer und auch die Griechen wussten sich diesen Salat zu Nutze zu machen und haben ihn bereits als Gemüse angebaut. Sein Vorteil ist, dass er ein sogenannter Langtagblüher ist. Das heißt, er wächst an Tagen mit mindestens acht Stunden Licht. Während ein normaler Kopfsalat im Winter also schon lange nicht mehr wächst, kann der Endivien auch in der kalten Jahreszeit noch lange geerntet werden.

Die beliebtesten Endivien-Sorten sind die Frisées, die vor allem in Frankreich über sehr fein geschlitzte Blätter verfügen, während der eigentliche Endivien hingegen breite, ganzrandige Blätter trägt. Besonders bewährt haben sich beispielsweise die Sorten „Wallonne“ und „Jolie“, sowie „Eminence“ und „Große grüne Krause“. In Endivien sind überaus gesunde Bitterstoffe enthalten, die vielen Menschen allerdings einfach zu bitter sind. Es gibt aber auch deutlich mildere Sorten wie etwa „Golda“ und „Diva“, bei denen sich die Blätter dem Licht entziehen, indem sie sich nach oben wölben.

Endivien richtig aussäen

Wenn Sie Endivien aussäen, sollten Sie darauf achten, dass der Boden nicht nur humusreich ist, sondern auch das Wasser möglichst lange speichern kann. Die ideale Temperatur, in der die Samen keimen können, liegt bei 18 bis 20 Grad Celsius. Beim Aussäen der Samen sollte der Abstand bei etwa 30 bis 40 Zentimetern liegen, damit die Pflanzen während des Wachstums genug Abstand zueinander haben.

Feldsalat, ein alter Klassiker

Neben Endivien ist der Feldsalat ein idealer Wintersalat, der ganzjährig im Handel angeboten wird. Er ist besonders frosthart und deshalb perfekt für die Aussaat in der kalten Jahreszeit geeignet. Neben seinem nussigen Geschmack ist er besonders reich an Vitamin C. Um ordentlich gedeihen zu können, benötigt der Feldsalat sehr viel Licht. Ein sonniger Standort ist daher unbedingt erforderlich. Bei der Aussaat ist ein Abstand von etwa 15 Zentimetern einzuhalten. Solche Sorten wie „Vit“, „Gala“ oder Favor“, bei denen es sich um neuere Züchtungen handelt, haben sich als besonders resistent erwiesen, während alte Sorten nicht selten vom Mehltau befallen werden.

Radicchio – einst ein beliebter Kaffee-Ersatz

Unter den Herbst- und Wintersalaten ist auch der Radicchio sehr gerne anzutreffen, der ebenso wie der Endivien zu den Zichoriengewächsen zählt und frosthart bis minus 5 Grad Celsius ist. Die Wurzel des Radicchio wurde schon vor dem 18. Jahrhundert gerne geröstet und als Ersatzkaffee verwendet. Vor allem bei gemischten Salaten wird der Radicchio gerne zur Farbgebung verwendet, aber auch sein intensiver Geschmack macht ihn auf dem Salatteller so beliebt. Wer den bitteren Geschmack nicht mag, für den empfiehlt es sich, die Blätter vor dem Verzehr für etwa 30 Minuten in lauwarmes Wasser zu legen. Die äußeren Blätter sind allerdings zu hart und deshalb für den Verzehr nicht zu empfehlen. Lediglich das Herz des Salatkopfes ist für einen Verzehr geeignet.

Beim Aussäen der Radicchio-Saat ist ein Abstand von etwa 20 Zentimetern zu empfehlen. Der Salat bevorzugt einen hellen und sonnigen Standort sowie einen humosen, altgedüngten Boden. Geerntet werden kann der Radicchio im Winter an frostfreien Tagen. Um ihn während der kalten Jahreszeit vor zu tiefen Temperaturen zu schützen, bietet es sich an, ihn mit Herbstlaub oder einem Vlies abzudecken.

Kubaspinat – die milde Alternative

Wenn Sie noch bis zum Spätherbst Winterportulak, auch als Kubaspinat bekannt, aussäen, können Sie diesen auch während des Winters problemlos ernten. Der Kubaspinat kann wahlweise im Freien oder im Frühbeet, aber auch im Gewächshaus mit einem Pflanzabstand von 15 bis 20 Zentimetern ausgesät werden. Sein milder Geschmack ist dem des uns bekannten Spinats sehr ähnlich.

Auch Chinakohl wächst im Winter im eigenen Garten

Daneben gibt es auch noch den beliebten Chinakohl, der nicht nur sehr haltbar ist, sondern auch einen sehr milden Geschmack aufweist. Chinakohl kann als Salat verzehrt werden, aber auch gekocht oder gedünstet schmeckt er richtig lecker. Der Chinakohl benötigt einen sonnigen Standort mit humosem, kalkhaltigem Boden, der idealerweise mit einem Netz abgedeckt wird, da er ein beliebtes Ziel für Schädlinge darstellt.

Wintersalat richtig ernten

Bei der Ernte von Wintersalaten gibt es ein paar Dinge zu beachten. So sollte ein Wintersalat beispielsweise nicht schon am früher Morgen geerntet werden, sondern erst frühestens am Mittag. Bis dahin hat der Salat genug Zeit, um seinen Stoffwechsel in Gang zu bringen, wodurch der Nitratgehalt mit der Zeit abnimmt. Geerntet wird der Salat, indem er komplett aus der Erde gezupft wird. Anschließend wird die Wurzel abgeschnitten und der Salat gründlich gewaschen.